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In Neubearbeitung

Papst
Pius XII. zählt nach wie vor zu den umstrittensten
Päpsten der Neuzeit. Daran haben auch die zahlreichen
Veröffentlichungen und Statements anlässlich seines
50. Todestages am 9. Oktober 2008 nichts geändert.
Die Zweifel an seinem gerechten Verhalten gegenüber
der nationalsozialistischen Verfolgung und millionenfachen
Ermordung der europäischen Juden bleiben bestehen.
In den letzten Jahren rückte ein Ereignis ins Zentrum der
Aufmerksamkeit, das den ganzen Streit um Pius XII.
brennpunktartig verdichtet. Es handelt sich um die
SS-Judenrazzia am 16. Oktober 1943 in Rom. An diesem Tag
wurden über eintausend Juden verhaftet und wenig später
direkt nach Auschwitz transportiert. Das Verhalten Pius XII.
während dieser Razzia ist sehr umstritten. Für seine
Verteidiger ist bewiesen, dass er den verfolgten Juden an
diesem Tag mit allen Mitteln Schutz und Zuflucht gewährte.
Gegner Pius XII. bezweifeln dessen aktives Eingreifen in die
Geschehnisse. In ihren Augen überließ Papst Pius die Juden
Roms den Händen der SS.
Die überaus bedeutsame Frage nach der historischen Wahrheit
an jenem schicksalhaften Tag in Rom kann nur durch eine
genaue wissenschaftliche Rekonstruktion der römischen
Judenrazzia geklärt werden. Zurzeit gibt es nur wenige
Teiluntersuchungen, die kleine Ausschnitte beleuchten. Eine
historisch fundierte Gesamtsicht auf die römische
Judenrazzia ist bislang noch nicht geleistet.
Mittlerweile
ist der Seligsprechungsprozess vorerst abgeschlossen. Am
19. Dezember bestätigte Papst Benedikt XVI. das Dekret über
den "heroischen Tugendgrad" Eugenio Pacellis.
Jetzt fehlt noch die Anerkennung eines "Wunders" auf
Fürsprache Pacellis. Zurzeit sind entsprechende
Untersuchungen im Gange.
Tipp:
Artikel:
-
"Die
armen Juden" – als Papst Pius XII. weinte
In: Das Heilige Nichts.
Gott nach dem Holocaust (mit Beiträgen von Benedikt
XVI, Edwin Black u.a.).
Hrsg. Tobias D. Wabbel, Düsseldorf, 2007, S.122-35/Patmos-Verlag,
ISBN
978-3491725102
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