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Das Theodizeeproblem ist eines der schwierigsten
und zugleich faszinierendsten Themen in der Theologie.
Das Problem entsteht durch die scheinbar unlösbare
Frage, wie das furchtbare Leid in dieser Welt mit
einem guten und allmächtigen Gott vereinbar
ist.
Warum so viel Leid? Warum so viele Tränen?
Keine Frage treibt den Menschen mehr um als die
Frage nach dem Leid.
Straft uns Gott? Leben wir jenseits von Eden? Warum
ist die Schöpfung nicht besser eingerichtet?
Die Fragen drohen den Glauben an einen guten und allmächtigen
Gott zu zerstören.
In der alttestamentlichen Hiobgeschichte stehen überraschende
Antworten. Die Spuren reichen zurück zu den biblischen
Schöpfungsberichten und ebenso nach vorn zu modernen
Erkenntnissen über das Universum. Gehen wir den
Spuren entlang, erfahren wir fundamentales Vertrauen
in die Schöpfung.
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Rezensionen
Frank
Müller
Buchprofile
48 (2003) Borromäusverein Bonn
K.
Kühlwein, Theologe und Mitarbeiter eines kirchlichen
Bildungswerks, beschäftigt sich intensiv mit
der Frage nach Gott und dem Leid, also der klassischen
Theodizeefrage. Dazu zieht er als exemplarische Gestalt
Hiob heran und als beispielhafte theologische Abhandlung
das Hiobbuch des ATs.
Hiob
quält sich geradezu angesichts seines Leids mit
der Frage nach dem "Warum". Er fragt nach
eigener Schuld, die er nicht findet. Freunde bedrängen
ihn, es müsse etwas vorliegen. Daraus ergibt
sich ein Plädoyer gegen die Verknüpfung
von Leid als Strafe für Schuld. K. Kühlwein
spürt dieser Diskussion nach. Er erkennt die
Lösung, die das Hiobbuch anbietet in einer grundsätzlichen
Sinnhaftigkeit der Schöpfung, der sich jeder
"Tun-Ergehen-Zusammenhang" entzieht.
Der Autor bietet gedanklich
einen sehr guten und hervorragend entwickelten Lösungsansatz,
der aber nicht als Trostbuch für konkrete Leid-Erfahrungen
missverstanden werden darf. Für theologisch interessierte
Leser. |
Linzer
Bibelsaat 81
(04/2003)
Warum
gibt es viel Leid? Straft uns Gott? Warum ist die
Schöpfung nicht besser eingerichtet? Wie ist
das mit dem guten und allmächtigen Gott?
Der
Autor geht diesen Fragen ausgehend von der biblischen
Hiobsgeschichte nach, und verfolgt Spuren zu den biblischen
Schöpfungserzählungen ebenso, wie zu modernen
kosmologischen Erkenntnissen.
Der
fesselnde Stil des Buches macht es zu einem besonderen
Lesegenuss. |
Kulturjoker
14
(06/2003)
Freiburg
Können
Sie sich Gott vor Gericht auf der Anklagebank vorstellen?
Nur schwer? Den Fall gab es tatsächlich: Nachdem
ein Blitzschlag das Anwesen von Betty Penrose in Flammen
aufgehen ließ, verklagte diese 1969 den Allmächtigen
vor einem amerikanischen Gericht wegen Fahrlässigkeit
und Pflichtverletzung.
So
skurril dieses Unterfangen anmuten mag - die Frage,
wie Gott so viel Leid auf dieser Welt zulassen kann,
und ob es unter diesem Um- oder besser Zuständen
einen allmächtigen, allwissenden und gütigen
Gott überhaupt geben kann, beschäftigt das
Abendland schon seit mehr als zweitausend Jahren.
Klaus
Kühlwein führt in seinem neuen Buch auf
humorvolle und leicht verständliche Art in das
komplexe und weitverzweigte Problem der Theodizee,
der Gott-Leid-Problematik ein. Der Ausgangspunkt seiner
Führung durch ein Thema, das Theologie, Philosophie,
Quantenmechanik und Menschen ganz privat gleichermaßen
an ihre Grenzen bringt, bildet eine Geschichte des
Alten Testaments: Hiob.
Dieser
vielgeplagte Gottesfürchtige, dessen Glaube von
Gott auf unschöne Art getestet und so mit Verlust,
Schmerz, Krankheit und Tod konfrontiert wird, steht
exemplarisch für den Menschen per se. Mit und
an ihm spielt Kühlwein die Grundlagen des Problems
und verschiedene bis heute gängige Erklärungsansätze
durch. Der Lesende folgt Kühlwein durch zweitausend
Jahre Philosophie, durch die Entstehungsgeschichte
der Bibel, die Antworten der Kirche, den lebenslangen
Disput zwischen Augustinus und Julian von Eclanum.
Er verfolgt die Theorie von Leid als Strafe für
Fehlverhalten, also das alte Gesetz von Ursache und
Wirkung, und vom Sündenfall. Auch die Ansätze
der modernen Physik lernt er kennen und ihre Suche
nach dem Schöpfungsplan.
Kühlwein
bewegt sich detektivisch durch die Zeit, kreist das
Problem von verschiedenen Seiten ein, zeigt unterschiedliche
Perspektiven und Herangehensweisen. Manche Schlüsse
dabei sind oft überdeutlich, anderer wiederum
überraschend kurz abgehandelt. Man ahnt schon
bald, dass er etwas im Schilde führt. Eine eigene
These vertreten wird. Nur bis dahin dauert es, die
erlösende These, die alle vorher gesponnenen
Thesen zu einem verwebt, folgt erst im letzten Kapitel.
Bis dahin muss sich der Leser gedulden, all das Wissen
der vorangehenden Kapitel irgendwo zwischenlagern,
ohne eine Ahnung, wo und wie er - inzwischen selbst
zum Detektiv mutiert - es zusammensetzen soll. Dadurch
verliert das Buch manchmal leider an Geschwindigkeit.
Auch die Position des Autors ist nicht immer ganz
eindeutig - als forschender Wissenschaftler, kritischer
Denker und gläubiger Katholik ist es ein Tanz
auf Messers Schneide, den Kühlwein hier unternimmt.
Auf
außereuropäische Ansätze geht Kühlwein,
wohl auch aus diesem Konflikt heraus, nicht ein, was
bedauerlich ist - beschäftigt sich doch beispielsweise
der Buddhismus ganz ausgesprochen mit dem Thema Leid.
Und der von Kühlwein behandelte "Tun-Ergehens-Zusammenhang"
der jüdisch christlichen (Ursache - Wirkung)
lädt buchstäblich zum Vergleich mit dem
buddhistisch-hinduistischen "Karma" ein.
Die
Vorsicht des Autors in der Formulierung seiner sehr
schlüssigen, lebensbejahenden und integrativen
These, und seine Konzentration auf das Abendland sind
jedoch verständlich: Als Theologe und Lehrer
am Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg und am
Kolping-Kolleg riskiert er für seinen mutigen
Ansatz eine Lehrbeanstandung aus Rom. Dem Buch aber
hätte ein wenig mehr Schärfe nicht geschadet.
Fazit:
Für ausgebildete Theologen empfiehlt sich der
Epilog, für alle anderen eine spannende und gut
lesbare Einführung in ein immer aktuelles Lebensthema. |
kunstundbuecher.at
April
2003
Vernichtende
Katastrophen, menschliche Grausamkeit, tieftraurige
Einzelschicksale - warum ist das passiert? Warum
lässt Gott Leid über Menschen kommen?
In der Schule lernten wir darauf alle die ausweglose
Antwort: Es ist eine Strafe. Noch schlimmer: Die
Folge der Erbsünde. Kein Leid ohne Grund -
der sogenannte "Tun-Ergehen-Zusammenhang".
Klaus Kühlwein widerspricht
dieser gängigen Auffassung, lehnt konsequent
die These der Erbsünde durch Adam und Evas
Sündenfall im Paradies ab. Stattdessen zitiert
und erläutert er ausführlich die Geschichte
Hiobs, unternimmt einen Ausflug in die Quantenphysik
und erläutert sehr treffend unsere Position
auf der Welt: Wir sind Gottes Stellvertreter und
Verwalter, eine "Dialogpartnerschaft zwischen
Mensch und Gott", mit allen Rechten und Pflichten.
Dazu gehört auch die Einsicht in Gut und Böse,
denn laut Kühlwein ist das "Böse"
schon immer, auch im Paradies, vorhanden gewesen.
Der Apfel ist übrigens "das Ergebnis eines
nachdenklichen Bibelkommentators aus dem Frühmittelalter.
Ihm war aufgefallen, dass im Lateinischen für
Böses und Apfel" dasselbe Wort gebraucht
wird: malum.
Kühlweins
These: Das Leid muss aus der Schöpfung selbst
verstanden werden - und genau diesen nicht gerade
einfachen Weg skizziert er in dieser absolut bemerkenswerten
Publikation, die keine endgültige Antwort bietet,
sondern reichlich Stoff zum Nachdenken, um das eigene
Vertrauen zu festigen.
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Leo Ettlin
Schweizerische Kirchenzeitung 171 (42/2003)
Klaus Kühlwein
vom Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg geht
den brennenden Fragen nach, die den Menschen heute
noch beschäftigen und ihnen keine Ruhe lassen.
Es sind Fragen an den "lieben Gott", der
hier im Gerichtssaal auf der Anklagebank sitzt. Kann
Gott das Leid geschehen lassen, kann er zuschauen,
wenn es brenzlig wird? Wie, wenn das Leid Kinder trifft?
Da bleibt die Rede von Gottes guter Vorsehung in der
Kehle stecken. Warum so viel Böses in der Welt?
Was hat Gott dabei gedacht? Welcher Plan steckt dahinter?
In diesem Buch geht
Klaus Kühlwein mit seinen Lesern auf die Suche.
Er selber gesteht: Der Weg ist beschwerlich und auf
weiten Strecken fällt kaum Licht. Doch für
den aufmerksamen Leser bietet er viele Überraschungen
mit interessanten Details. Begleiter in diesem Buch
des Dozenten am Freiburger Bildungswerk ist Hiob,
der wie kein anderer mit dem konfrontiert. Die Fragen
des Hiob sind uralt, doch immer mehr aktuell. |
Wolf von Lojewski
Fernsehjournalist/ZDF
Mit
hohem Interesse habe ich das Buch gelesen. Es ist
für den, der sich durch diese quälenden
Fragen die Freude am Leben und am Fernsehen gelegentlich
doch ein wenig trüben lässt, so etwas wie
einen Thriller, den er oder sie vor der letzten Seite
nicht mehr aus der Hand legen kann. |
Referat Kath. öffentl. Büchereien
im Erzbistum Köln
(www-Ausgabe, Lesetipp), Köln aktuell
4/2003
Die uralte Menschheitsfrage
stellt sich immer wieder neu: Warum herrscht so viel
Leid und Unglück auf der Welt, so es doch (angeblich)
einen guten und allmächtigen Gott gibt? Sie wird
dann besonders brisant, wenn es mich selbst oder meine
Familie trifft. Auch in der Zeit des Alten Testaments
war sie schon mehr als akut; der Hiob-Dichter hat
sie in eine unübertreffliche literarische Form
gebracht. – Klaus Kühlwein, Mitarbeiter
des Bildungswerks der Erzdiözese Freiburg, versteht
es, in sehr ernsthafter Weise, aber in einer recht
flotten, eingängigen Sprache die Brisanz des
Themas herauszuarbeiten, ohne auf vorschnelle Lösungen
hereinzufallen. Sehr lesenswert, da jeden und jede
angehend! |
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